Suche
Tierbetreuung

Ziervögel

Wellensittich

Hier findet Ihr eine Auswahl häufig gestellter Fragen zum Thema »Ziervögel«

Anschaffung, Haltung und Pflege

Was sollte ich vor und bei der Anschaffung eines Ziervogels beachten?

Bei und vor dem Kauf eines Ziervogels gibt es Vieles zu bedenken. Neben der Wahl eines seriösen Händlers sollte auch immer der Gesundheitszustand des Tieres beurteilt werden. Desto mehr Vorbereitung und Recherche vor dem Kauf investiert wird, desto glücklicher wird man mit dem gefiederten Hausgenossen werden.

Kann man Ziervögel allein halten?
Als Schwarmvögel brauchen die geselligen Vögel Gesellschaft von Artgenossen. Man sollte daher auf jeden Fall zwei oder mehrere Vögel halten. Ein Einzelvogel würde, allein auf sich gestellt, verkümmern.

Kann ich Ziervögel in einer Mietwohnung halten?
Ziervögel können in Stadt- und Mietwohnungen problemlos gehalten werden. Sie benötigen nicht zu viel Platz und dürfen als Kleintiere ohne Erlaubnis des Vermieters mit in der Wohnung leben.

Können Ziervögel in der Urlaubszeit allein gelassen werden?
Ziervögel brauchen ständige Betreuung und Fürsorge. Deswegen muss vor der Anschaffung geklärt sein, wer sich in der Urlaubszeit oder im Falle einer Krankheit um die Tiere kümmert.

Wo kann ich Ziervögel kaufen?
Wellensittiche, Papageien & Co. gibt es beim Zoofachhändler, Züchter oder aus dem Tierheim. Vor dem Kauf sollte sich über die Seriosität des jeweiligen Händlers erkundigt werden. Wichtige Kriterien sind dabei die Sauberkeit der Einrichtung, die Gesundheit der Tiere und die Zuchtbedingungen. Vor dem Kauf ist es daher ratsam, mehrere Händler zu besuchen und dort die Unterbringung der Vögel sowie die Tiere selbst genau unter die Lupe zu nehmen.

Woran erkenne ich einen gesunden Vogel?
Beim Kauf ist darauf achten, dass die angebotenen Vögel gesund sind. Sie sollten munter und aufgeweckt sein. Rein äußerlich erkennt man ein gesundes Tier am glatt anliegenden, geschmeidigen Gefieder. Es darf nur dann aufgeplustert sein, wenn der Vogel schläft. Die Augen sind klar und tränen nicht. Die Brust darf nicht abgemagert sein, sondern ist leicht gerundet.

Beschäftigung mit Ziervögeln

Dürfen meine Vögel baden?

Sittiche lieben es zu baden! In freier Wildbahn nutzen die bunten Vögel jeden Regenschauer oder Tümpel dazu. Und auch Sittiche in Heimtierhaltung wissen ein schönes Wannenbad sehr zu schätzen. Am liebsten ist es ihnen, wenn sie dabei klatschnass bis auf die Haut werden, denn das Baden dient der Hautpflege. Die Vögel sollten einmal die Woche die Möglichkeit dazu haben.

Wellensittich badetZum Baden eignet sich am besten Leitungswasser, das in etwa Zimmertemperatur haben sollte. Dabei auf Badezusätze verzichten, es sei denn, sie sind vom Tierarzt verordnet. Gebadet wird in einem handelsüblichen Vogelbadehäuschen. Schüchterne Vögel, die zunächst Hemmungen haben, das Badehaus zu betreten, können mit einigen nassen Blättern (Salat oder Vogelmiere) gelockt werden. Einfach die Blätter hineinlegen, der Vogel wird neugierig und frisst. Dabei merkt er, dass vom Badehaus keine Gefahr ausgeht. Manche Tiere duschen allerdings lieber. Dann kann man sie mit Wasser aus einer Sprühflasche besprühen.
Achtung: Vögel können mit nassem Gefieder nicht gut fliegen, sollten also gerade in diesem Zustand nicht erschreckt werden. Sie könnten bereits nach kurzer Flugzeit zu Boden fallen.

Nach dem nassen Wellnessprogramm schlafen die Vögel gern eine Runde. Ein Rotlicht sorgt dabei für angenehme Wärme und beschleunigt den Trocknungsvorgang. Zugluft sollte vermieden werden. Die Hygiene ist wichtig. Deshalb das Badehaus nach dem nassen Vergnügen aus dem Vogelbauer entfernen, reinigen und abtrocknen. Dann ist es für das nächste Mal gleich einsatzbereit.
Der Badetag ist nicht nur für die Gesundheit und das Wohlbefinden der kleinen Sittiche wichtig. Er bietet auch eine gute Beschäftigungsmöglichkeit für die Tiere, denn das Wellnessprogramm dauert mit Baden, Gefiederputzen und anschließendem „Schönheitsschlaf“ insgesamt zwei bis drei Stunden.

Übrigens: Das Baden regt auch den Bruttrieb an. Sittiche, die ohnehin eine stark ausgeprägte Brutbereitschaft besitzen, sollten deshalb nicht zu ausgiebig baden. Gegebenenfalls lieber mit einer Sprühflasche einsprühen und darauf achten, dass die Vögel dabei nicht zu nass werden.

Ziervögel allein lassen

Wie lange kann ich meine Vögel allein lassen?

Das Wichtigste vorweg: Auch Ziervögel brauchen tägliche Aufmerksamkeit.
Ziervögel wie Klein- und Großsittiche oder Kanarien sind zwar nie ganz allein, weil sie mit mindestens einem Partner gehalten werden sollen, dennoch brauchen auch sie die tägliche Aufmerksamkeit ihres Besitzers. Sei es nur, um frisches Wasser hinzustellen, die Tiere zu füttern oder ihnen Freiflug zu gewähren, wenn sie nicht in einer Voliere gehalten werden – eine längere Abwesenheit als einen Tag empfiehlt sich nicht.

Unten finden Sie unseren Text zur Betreuung von Ziervögeln während der Abwesenheit, oder nutzen Sie die Suchfunktion für einen Tiersitter in Ihrer Nähe, wenn nicht Nachbarn oder Freunde einspringen können.

Wie gehe ich vor, um einen neuen/zweiten Ziervogel als Partner anzuschaffen?
Bei der Neuverkupplung gibt es einige Punkte zu beachten: Der Altersunterschied sollte nicht zu groß sein. Das Zusammenleben beispielsweise eines betagten Vogels mit einem Nestjungen würde nicht funktionieren, sowie eine verwitwete Seniorin auch keine Beziehung zu einem Vierjährigen eingehen wollen würde. Abgesehen vom Alter sollten auch die Charaktere passen. Ein eher schüchterner Witwer ist bei einem neuen dominanten Partner nicht so gut aufgehoben. Das könnte in dem Fall den verwitweten Vogel überfordern.

Je nach Vogelart sieht die harmonische Geschlechterkonstellation ganz unterschiedlich aus: Während ein Kanarienvogel-Witwer mit einem Weibchen besser aufgehoben ist, können sich zwei Wellensittich-Männchen gut verstehen und eine tiefe Freundschaft entwickeln. Dagegen können zwei Sittich-Damen sich eher in die Federn geraten. Den passenden Partner für ihr gefiedertes Familienmitglied finden Halter beispielsweise beim Verein der Wellensittich-Freunde e. V. in Köln, bei Tierheimen in ihrer Nähe oder in online Vermittlungsforen.

Gesundheitscheck
Ist die Entscheidung für einen neuen Gefährten gefallen, ist es wichtig, dass dieser vor der Vergesellschaftung von einem Vogel-Tierarzt durchgecheckt wird. Das Tier könnte Krankheiten haben und ansteckend sein. Sollte dies der Fall sein, muss der Vogel erstmal in Quarantäne.
Sind die Untersuchungen gemacht, das Tier gesund, Charakter, Geschlecht und Alter passen auch, dann steht einer neuen Beziehung des gefiederten Freundes nichts im Wege.

Betreuung für Ziervögel während der Urlaubszeit

Was mache ich mit meinen Vögeln, wenn ich in den Urlaub fahre?

Für viele ist die Urlaubszeit die schönste Zeit des Jahres: eine Pause vom Alltag, ein Tapetenwechsel, eine Reise in ein fremdes Land. Doch wohin mit den gefiederten Freunden? Am schönsten ist es für die Tiere, wenn sie von einem erfahrenen Vogelsitter zu Hause betreut werden.

Bei der Wahl der Urlaubsbetreuung sollte das Wohl der Tiere im Vordergrund stehen, und dazu gehört unter anderem, unnötigen Stress zu vermeiden. Und da fremde Umgebungen und auch der Transport an einen anderen Ort bei vielen Vögeln Unruhe auslösen, sollte man unbedingt versuchen, einen Tiersitter für die eigenen vier Wände zu finden. Manchmal findet sich aber trotz aller Bemühungen kein Pfleger und man steht vor der Entscheidung, seine gefiederten Lieblinge mit in den Urlaub zu nehmen. Bei nicht allzu langen Autofahrten oder kurzen Zugfahrten kann dies funktionieren. Längere Busfahrten, Schiffs- oder Flugreisen sollte man Ziervögeln dagegen nicht zumuten. Soll es ins Ausland gehen, gilt es umfangreiche Vorschriften zu beachten, die man bei den entsprechenden Konsulaten erfragen kann.

Was ist wichtig bei der Auswahl einer Urlaubsbetreuung?
Am besten ist es natürlich, auf eine Urlaubsbetreuung zu setzen, die sich in der Vogelhaltung und -pflege auskennt. Dann kann man sicher sein, dass der Tiersitter erkennt, ob der Vogel gesund ist oder sich in seinem Verhalten verändert und möglicherweise zum Tierarzt muss. Ein weiterer Vorteil: Wer selbst Vögel hält, weiß, dass deren Pflege und Betreuung Zeit kostet: Zweimal täglich sollten Futter und Wasser nachgefüllt werden, die Voliere muss einmal täglich gereinigt und zudem ausreichend Zeit für einen Freiflug der gefiederten Freunde eingeplant werden.

Wenn sich im Bekanntenkreis niemand findet für diese Aufgabe, kann auch ein professioneller Tiersitter engagiert werden. Hier können Tierfreunde nach Betreuungsangeboten in der Umgebung suchen. Häufig können auch die ortsansässigen Tierheime Kontakte vermitteln, aber auch in Vogelforen, durch Nachfragen bei Vogelvereinen oder über Anzeigen in Vogelzeitschriften kann man fündig werden.

Wie kann ich auf Nummer sicher gehen, dass meine Vögel in sicheren Händen sind?
Damit der Tiersitter bestmöglich eingewiesen wird, bietet sich an, vor Urlaubsantritt mindestens ein längeres Treffen zu vereinbaren und einen ausführlichen Steckbrief zu erstellen. Alter, Eigenschaften, Futter- und Fluggewohnheiten sollte man genauso notieren wie Vorerkrankungen, den Impfstatus des Vogels und natürlich die Kontaktdaten des betreuenden Tierarztes. Der Tiersitter sollte sich täglich eine Viertelstunde Zeit nehmen, um die gefiederten Freunde genau zu beobachten – denn wenn ein Vogel krank ist, versucht er dies zu verstecken. Da hilft nur genaues Hinschauen: Plustert sich das Tier mehr auf als üblich, ist es ruhiger als am Vortag, frisst es weniger, hat sich der Kot verändert? Wenn sich der Vogel anfassen lässt, sollte man seine Füße berühren. Sind diese sehr kalt, kann das ein Anzeichen einer Erkrankung sein. Dann sollte man den Tierarzt zu Rate ziehen.

Können meine Vögel den Urlaub auch in der Tierpension verbringen?
Neben der heimischen Betreuung hat man auch die Möglichkeit, seine Vögel bei einem Tiersitter oder in einer professionellen Tierpension unterzubringen. Man sollte sich die Umgebung des Tiersitters bzw. die Tierpension im Vorfeld anschauen. Ganz wichtig ist, dass der tägliche Freiflug gewährleistet ist und dass nicht nur der eigene Vogel, sondern alle bei dem Pfleger oder in der Pension untergebrachten Tiere über einen Gesundheitsnachweis vom Tierarzt verfügen. Seriöse Tiersitter und -pensionen verlangen einen tierärztlichen Nachweis darüber, dass der gefiederte Pensionsgast gesund ist. So kann verhindert werden, dass sich Krankheitserreger verbreiten. Wenn dies nicht gefordert wird, sollten Tierhalter davon Abstand nehmen.

Kann ich meine Vögel in eine Vogelpension geben?

Neben Hunde- und Katzenpensionen gibt es auch Pensionen für die gefiederten Freunde, in denen sie während der Abwesenheit des Halters umsorgt werden. Für viele Vögel ist die kleine Auszeit bei Artgenossen sogar eine schöne Abwechslung.  

Vögel lassen sich nur schwierig mit in den Urlaub nehmen. Der Transport der Gehege ist umständlich und für die Tiere stellen lange Autofahrten oder gar Flug- oder Zugreisen meist Stress dar. Für Vögel, die in Volieren leben, ist eine Mitnahme sogar fast ausgeschlossen. Darüber hinaus fühlen sich Ziervögel an einem für sie vertrauten Ort am wohlsten. Viele Vogelfreunde beauftragen während der Zeit der Abwesenheit daher Vogelsitter oder fragen Freunde und Nachbarn, die die gefiederten Freunde zu Hause betreuen. Wer keine Betreuungsperson für die eigenen vier Wände findet, kann die Tiere in eine Vogelpension bringen, wo sie von erfahrenen Pflegern umsorgt werden. Diese Option eignet sich besonders für längere Urlaubsreisen, wenn etwa eine Abwesenheit von zwei bis drei Wochen geplant ist.

Eignet sich eine Vogelpension für alle Ziervögel?
Ob Sittiche, Unzertrennliche oder Kakadus – im Grunde können alle Ziervögel zeitweilig in einer Vogelpension untergebracht werden. Allzu häufig sollte ein Ortswechsel jedoch nicht stattfinden, denn Vögel sind Gewohnheitstiere und ein Umzug bedeutet zunächst einmal Stress für die Federtiere. Besonders sensible Vögel wie Graupapageien reagieren möglicherweise auf die für sie ungewohnte Situation, indem sie die ersten Tage zum Beispiel nicht fressen. Doch nach ein paar Tagen der Umgewöhnung ist in der Regel alles gut und einige besonders neugierige Vögel freuen sich sogar über die neuen Artgenossen im Raum. Besonders für Vögel, die zu Hause nicht von vielen Artgenossen umgeben sind, ist der Kontakt zu anderen Vögeln oder die Wahrnehmung weiterer Zwitschergeräusche häufig eine gute neue Erfahrung.

Was muss ich mitnehmen?
Für den Transport der Tiere eignen sich Katzentransportboxen genauso wie Transportboxen oder -käfige für Kleinvögel. In der Pension müssen die Federtiere dann nicht zwangsläufig im gewohnten Gehege bleiben, sondern können auch ein neues Zuhause beziehen. Um den Tieren die neue Umgebung ein wenig heimischer zu gestalten, empfiehlt es sich jedoch, ihr Lieblingsspielzeug mitzubringen, das dann im Käfig platziert wird.

Was muss ich noch beachten?
Für einen Aufenthalt in einer Pension müssen die Tiere gesund sein, damit sie keine Krankheiten auf andere Vögel übertragen. Auch dann, wenn sie getrennt von den Artgenossen in eigenen Gehegen leben. Viele Vogelpensionen verlangen auch einen tierärztlichen Nachweis darüber, dass der gefiederte Pensionsgast gesund ist. Erfahrene und seriöse Vogelsitter informieren sich im Vorfeld ausführlich über den Gesundheitszustand des Vogels, begutachten das Tier vor Ort und weisen eine Betreuung gegebenenfalls auch ab, wenn sie Anzeichen einer Krankheit bemerken. Eine Checkliste hilft, damit es dem Federtier während der temporären Außer-Haus-Betreuung an nichts fehlt. Auf dieser Liste können neben den Namen von Vogel und Halter sowie den Notfallkontaktdaten auch die Futtervorlieben sowie die Fütterungszeiten festgehalten werden.

Leben mit Ziervögeln

Darf ich den Vogelbauer auf den Balkon stellen?

Wenn die Außentemperaturen steigen, freuen sich auch heimische Sittiche über frische Luft und ein paar Sonnenstrahlen auf dem Gefieder. Wandert das Gehege auf den Balkon, sollten Vogel-Freunde aber die Lautstärke der gefiederten Freunde beachten.

Die gute Nachricht vorweg: Die Gehege von Wellis, Kanarienvögeln, Nymphensittichen und Co. dürfen bei wärmeren Temperaturen gerne mit nach draußen wandern. Allerdings sollten Eigentümer und Mieter einige Aspekte beachten, um möglichen Ärger mit den Nachbarn oder dem Vermieter zu vermeiden. Hierzu gehört zum Beispiel, dass das fröhliche Zwitschern und Singen der bunten Vögel einen bestimmten Lärmpegel nicht überschreiten darf.

Was muss ich beachten, wenn ich das Vogelgehege auf den Balkon stelle?
Grundsätzlich gibt es keine Einschränkung, was die Anzahl und Rasse der Ziervögel betrifft, welche sich in ihren Gehegen auf dem Balkon frische Luft um den Schnabel wehen lassen. Besonders Stadtbewohner sollten jedoch bei der Auswahl die von den Tieren erzeugte Lautstärke berücksichtigen. Was erlaubt ist an (Vogel-)Lärm, richtet sich nach der sogenannten TA-Lärm (Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm) und der Art des Wohngebietes, in dem man lebt. So dürfen zum Beispiel in einem reinen Wohngebiet tagsüber nicht mehr als 50 Dezibel, nachts nicht mehr als 35 Dezibel Lärm erzeugt werden. Bei einzelnen Käfigen, die auf den Balkon gestellt werden, ist aber davon auszugehen, dass sich die von den Vögeln erzeugten Geräusche innerhalb des erlaubten Lärmpegels halten. Zum Vergleich: 50 Dezibel entsprechen leiser Radiomusik oder auch dem natürlichen Vogelgezwitscher draußen.

Generell gilt diese einheitliche Lärmgrenze dauerhaft, sie ist also nicht an bestimmte Uhrzeiten wie die Mittagsruhe oder an Feiertage gebunden. Zumal sich die Vögel, die sich in der Natur befinden, auch nicht an Sondervorschriften halten.

Sind dauerhafte Volieren auf dem Balkon erlaubt?
Beabsichtigt man als Mieter, eine feste Voliere dauerhaft auf dem Balkon zu installieren oder den Balkon mit einem Netz einzufassen, ist zunächst die Erlaubnis des Vermieters einzuholen. Ebenso sollte man vorher einen Blick in eventuelle Sondervorschriften werfen, die die einzelnen Kommunen durch Satzungen festlegen können. Ein kurzer Kontakt mit der Stadtverwaltung, Abteilung Ordnungsamt verhindert Ärger mit der Stadt oder auch den Nachbarn.

Lebt der Ziervogelhalter dagegen in einer Eigentumswohnung mit Balkon, so müssen die Regeln des Wohneigentumsgesetzes (WEG) beachtet werden. Da das Aufstellen einer Voliere für eine gewisse, nicht näher definierte Zeit eine optische Veränderung des Wohnungsbildes darstellt, bedarf es zunächst der Zustimmung der Eigentümergemeinschaft. Sind diese Aspekte geklärt, steht einem gemeinsamen Ausflug nach Balkonien für Halter und Ziervögel nichts mehr im Weg.

Was kann ich tun, wenn mir ein Ziervogel zugeflogen kommt?

Trifft man in der freien Natur auf einen Sittich oder einen Kanarienvogel, reichen wenige Schritte in diesem Moment schon aus, damit der Vogel überlebt und hoffentlich bald wieder in sein Zuhause zurückkehren kann.

Entflogene Vögel sind häufig so erschöpft, dass sie sich bereitwillig einfangen lassen oder sogar in eine fremde Wohnung fliegen. Wer von einer solchen Situation überrascht wird und das Tier als klassisches Heimtier erkennt, zum Beispiel als Wellensittich, Kanarienvogel oder Papagei, der sollte den Versuch unternehmen, den Vogel einzufangen.

Wie kann ich einem zugeflogenen Vogel helfen?
Damit der Vogel nicht weiterfliegt, sollte er vorsichtig in einem Pappkarton mit Luftzufuhr platziert werden. Wirkt er geschwächt oder unterkühlt, hilft es, das Tier zum Wärmen sanft in ein Handtuch zu setzen. Wer zufällig einen leeren Vogelkäfig in der Wohnung hat, kann diesen lose über den Vogel stülpen und den Boden später festmachen, wenn das Tier sich am Gitter festhält.

Ein zugeflogener Vogel sollte auf keinen Fall in einem Käfig mit weiteren Vögeln untergebracht werden. Um das Tier zu beruhigen ist es außerdem ratsam, den Karton oder den Käfig abzudunkeln.

Da entflogene Vögel häufig auch Hunger und Durst verspüren, sollte dem Tier außerdem Wasser und Futter angeboten werden. Kolbenhirse ist im Gegensatz zu manchen Körnern leicht verdaulich und es gibt sie in fast jedem Lebensmittelgeschäft.

An wen kann ich mich wenden?
Nachdem der Vogel Nahrung und Ruhe bekommen hat, ist der erste Ansprechpartner in der Regel ein Tierheim. Dort gibt es die Möglichkeiten zu ärztlicher Versorgung und die Pfleger können sich weiter um das Wohlbefinden des Tieres zu kümmern, bis der Besitzer oder die Besitzerin ausfindig gemacht wurde – etwa über die Nummer am Fußring des Vogels.

Alternativ helfen auch Heimtierregister bei der Suche. Etwa das Portal Findefix vom deutschen Tierschutzbund. Auch das größte kostenlose europäische Heimtierregister TASSO bietet einen solchen Service an.

Wie viel Wärme brauchen Ziervögel?

Aufgrund steigender Energiepreise wird in vielen Haushalten die Heizung erst später aufgedreht. Viele Halter sind verunsichert, ob es für ihre Vögel nicht zu kalt wird. Die gute Nachricht: Viele Ziervögel kommen auch mit einer geringeren Innentemperatur zurecht.

Die ideale Zimmertemperatur für Sittiche und Kanarienvögel liegt zwischen 18 und 22 Grad Celsius – also ähnlich wie bei Menschen. Ist das konstante Heizen für Halter nicht mehr finanzierbar, kann die Heizung jeden Abend etwas früher heruntergefahren werden – bis zu dem Zeitpunkt, an dem man einen kühlen Raum um die 15 Grad erreicht hat. So kann man seine Vögel langsam an eine niedrigere Temperatur gewöhnen.

Woran erkennt man, dass der Vogel friert?
Sitzt der Vogel in einer Ecke seines Vogelbauers, ist kaum aktiv und plustert sich auf, ist dem Tier zu kalt. Die Kälteempfindlichkeit hängt unter anderem mit dem Alter der Vögel zusammen. Ältere und junge Tiere haben ein höheres Wärmebedürfnis, mittelalte Vögel frieren nicht so schnell. Sitzt der Vogel mit ausgestreckten Flügeln und mit weit geöffnetem Schnabel auf der Stange, ist ihm vermutlich zu warm.

Schadet trockene Heizungsluft meinem Ziervogel?

Ziervögel wie Wellensittiche, Papageien und Co. reagieren empfindlich auf trockene Heizungsluft. Zum Glück ist es leicht, Abhilfe zu schaffen: Zugunsten eines angenehmen Raumklimas ist es wichtig, die Luftfeuchtigkeit im Blick zu behalten.

Welche Luftfeuchtigkeit einem Ziervogel gut tut, ist von Art zu Art verschieden: Während sich der australische Sittich bei einer Raumluft von 40 Prozent wohlfühlt, beträgt die Mindestluftfeuchte bei tropischen Vögeln etwa 70 bis 80 Prozent. Besitzer sollten sich daher über die optimalen Haltungsbedingungen für seinen Vogel informieren.

Welche Folgen hat trockene Heizungsluft für Ziervögel?
Trockene Heizungsluft reizt die Schleimhäute in den Atemwegen von Vögeln. Auch Schimmelpilze können sich in der Lunge ausbreiten.

Wie kann ich die Luftfeuchtigkeit kostengünstig verbessern?
Schon eine pflegeleichte und ungiftige Zimmerpflanze wie die Grünlilie sorgt für bessere Luft. Alternativ kann im Vogelzimmer auch regelmäßig die Wäsche zum Trocknen aufgehängt werden.

Darf mein Vogel an die frische Luft?
Wie bei uns Menschen ist das Immunsystem des Vogels besser abgehärtet, wenn er sich auch mal im Freien aufhält. Wenn es keine Außenvoliere gibt, kann der Käfig bei angenehmen Temperaturen zwischen 15 und 25 Grad zeitweise auf den Balkon oder auf die Terrasse gestellt werden.

Vor dem Ausflug ins Freie muss sichergestellt sein, dass der Käfig gut verschlossen ist und das Tier nicht entweichen kann. Auch sollte das Vogelheim niemals unbeaufsichtigt draußen stehen – zu groß ist die Gefahr durch Katzen und Greifvögel.

Kann Lüften meinem Ziervogel schaden?
Wenn der Vogelkäfig nicht direkt im Durchzug steht, schadet kurzes, regelmäßiges Durchlüften nicht. Bei besonders jungen oder alten Vögeln ist es ratsam, während des Lüftens eine Decke über den Käfig zu hängen.

Wildvögel unterstützen

Wie kann ich Wildvögel in der freien Natur unterstützen?

Um die Vielfalt der heimischen Vogelarten zu erhalten, können Tierfreunde einiges tun: Neben einer bewusst vogelfreundlichen Gartengestaltung brauchen Wildvögel ganzjährig Unterstützung durch Futter – zugeschnitten auf die unterschiedlichen Bedürfnisse rund ums Jahr.

Was fressen Wildvögel im Frühjahr und Sommer?
In der Brutzeit, witterungsabhängig von März bis August, haben Vögel den höchsten Energiebedarf. Die Elternvögel benötigen nun viel Zeit und Energie, um geeignetes Futter für ihre Jungen zu suchen. Um diese körperliche Höchstleistung zu schaffen, nehmen sie gern energiereiches Futter wie (fetthaltige) Meisenknödel an. Auch Jungvögeln nach dem Flüggewerden liefert das Fettfutter Energie und unterstützt sie bei ihrer weiteren Entwicklung. Das optimale Sommerfutter besteht aus unterschiedlichen Komponenten: Weichfuttermischungen mit gefetteten Haferflocken, Meisenknödeln, Insekten wie Mehlwürmern, Wachsmotten oder Heimchen, die im Zoofachhandel erhältlich sind, feinen Sämereien im Streufutter sowie getrockneten Beeren.

Beim Speiseplan für Wildvögel dürfen Vogelfreunde auch selbst kreativ werden. So kann man das Sommerfutter selbst aufpeppen, indem man etwa eine Weichfuttermischung mit kleinen Sämereien und getrockneten Beeren aufwertet.

Welches Futter für zurückkehrende Zugvögel?
Anfang März kehren die ersten Zugvögel jedes Jahr aus dem Süden nach Deutschland zurück. Die Energiespeicher der Tiere sind nach dem Flug in der Regel aufgebraucht, sie benötigen aber Energie für den Nestbau sowie die Brutvorbereitung. Selbst nach milden Wintermonaten sind in der Regel alle erreichbaren Körner, Früchte und Wildbeeren sowie Insekten bereits gefressen. Bis es neue Blüten, Früchte, Sämereien und Beeren gibt, dauert es noch Wochen und auch die neue Generation an Insekten steht den gefiederten Tieren noch nicht zur Verfügung.

Vogelfreunde sollten nun die Meisenknödel sowie Fettfutter, klein gehackte Nüsse, getrocknete Rosinen, Beeren und (getrocknete) Insekten verfüttern. Auch Apfelstücke, zum Beispiel halbiert und auf einem Spieß oder Ast angeboten, werden gern gefressen.

Was gehört im Herbst und Winter auf den Speiseplan?
Bevor sich Zugvögel auf die lange Reise in wärmere Gefilde begeben, müssen sie ihre Energiereserven erneut auffüllen. Auch den daheimbleibenden Vogelarten hilft ein zusätzliches Nahrungsangebot, um sich Energiereserven für die kalte Jahreszeit zuzulegen. Der Frühherbst ist deshalb der richtige Zeitpunkt, um eine Winterfutterstelle für Wildvögel einzurichten.

In der kalten Jahreszeit erschweren unter anderem Schnee und Frost den Tieren die Suche nach Futter und eine Zufütterung ist nun essenziell. Ein gutes Basisfutter für viele Vogelarten sind Sämereienmischungen, z. B. mit Sonnenblumenkernen, ergänzt um ein abwechslungs- und energiereiches Nahrungsangebot mit Fettfutter, etwa Hafer- oder Getreideflocken, die mit Fetten als Energielieferant ummantelt sind, ungeschwefelten Sultaninen, klein gehackten Nüssen, Beeren und Insekten. Aber auch die klassischen Meisenknödel werden sehr gerne angenommen. Da sich die Vögel auf das zusätzliche Nahrungsangebot verlassen, sollte die Futterstelle stets ausreichend gefüllt sein. Lieber weniger, aber dafür regelmäßig füttern, ist daher die Devise. Auch Vogelarten aus dem Norden oder dem Hochgebirge, die den Winter bei uns verbringen, nutzen diese Futterstellen sehr gerne.