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Tierbetreuung

Terrarientiere

Schildkröte

Hier findet Ihr eine Auswahl häufig gestellter Fragen zum Thema »Terrarientiere«

Allgemeines zum Thema Terrarientiere

Was sollte ich vor der Anschaffung beachten?

Terrarientiere wie Echsen, Schlangen und Spinnen üben auf viele Betrachter eine unwiderstehliche Faszination aus. Kuscheltiere sind sie nicht. Doch für Naturliebhaber, die gerne das Verhalten der Tiere beobachten, sind sie ideale Mitbewohner.

Für Einsteiger in die Terraristik eignen sich am ehesten Arten, die nur wenige Ansprüche an Klima und Nahrung stellen. Als vergleichsweise wenig anspruchsvoll gelten beispielsweise Rotkehlanolis. Das sind kletterfreudige Saumfingerechsen aus dem Süden der USA. Auch die aus Australien stammenden Bartagamen sowie Kornnattern, eine ungiftige Schlangenart, die in den USA weit verbreitet ist, sind relativ pflegeleicht, wenn man ihre Ansprüche kennt und diese berücksichtigt.
Die neuen Mitbewohner sollten möglichst aus verantwortungsvollen Nachzuchten stammen. Idealerweise erwerben Tierfreunde und -freundinnen sie im Zoofachhandel oder im spezialisierten Terraristikhachhandel. Dort bekommen sie auch fachkundige Beratung und Zubehör.

Was sollte ich bei der Einrichtung des Terrariums beachten?

Damit sich das Tier in seinem neuen Zuhause wohlfühlt, sollten die natürlichen Verhältnisse seines Lebensraumes so gut wie möglich nachempfunden werden. Die Bartagame zum Beispiel ist als Steppenbewohner auf UV-Licht für den Vitamin-D3-Stoffwechsel angewiesen. Für die Kornnatter hingegen, die unter anderem auch im Wald lebt, ist Tageslicht nicht so entscheidend. Dafür sind der richtige Bodengrund, Versteckmöglichkeiten und eine gute Struktur des Lebensraumes für die Schlange unerlässlich. Der Rotkehlanolis benötigt als Klettertier ebenfalls ein gut strukturiertes Terrarium mit Pflanzen, Ästen und Steinen sowie ein gewisses Maß an Feuchtigkeit. Staunässe sollten Terrarienfreunde und -freundinnen allerdings vermeiden. Einmal täglich mit Wasser ansprühen reicht aus. Zudem sollte eine gute Durchlüftung gegeben sein.

Wie pflege ich meine Terrarientiere?
Der Pflegeaufwand für die jeweiligen Tiere ist unterschiedlich, aber überschaubar. Der Rotkehlanolis wird täglich mit Insekten gefüttert und das Terrarium mit Wasser besprüht. Die Bartagame bekommt alle paar Tage Insektenfutter sowie Blätter, Blüten und Früchte zu fressen und die Kornnatter alle ein bis zwei Wochen Futtermäuse. Insgesamt, inklusive der Reinigung des Terrariums, beträgt der notwendige Zeitaufwand für diese Tiere nicht mehr als eine halbe bis eine Stunde täglich.

Wichtig: Jede Art hat ganz unterschiedliche Bedürfnisse verschiedenster Ausprägung. Vor der Anschaffung eines Tieres sollte man sich deshalb über dessen Ansprüche genau informieren. Dazu eignet sich ein Blick in die entsprechende Literatur. Hilfreich ist auch der Austausch mit erfahrenen Terrarianern, etwa auf Terraristik-Messen.

Terrarientiere allein lassen

Wie lange kann ich Reptilien allein lassen?

Schildkröten, Geckos, Bartagamen, Schlangen – Terrarientiere sind im Alltag meist nicht auf dauerhafte Anwesenheit ihrer Halter angewiesen. Das heißt jedoch nicht, dass auch ein Urlaub ohne Aufsichtsperson begonnen werden kann.

Auch wenn Reptilien nicht beschäftigt werden müssen, sollte ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden täglich überprüft werden. Neben der Fütterung sind auch die technischen Geräte zur Temperatur- oder Feuchtigkeitskontrolle im Terrarium regelmäßigen Kontrollen unterworden. Eine defekte Glühlampe kann zum Beispiel eine Verletzungsgefahr darstellen und gleichzeitig zur fehlenden Wärmequelle werden.

Unterscheidet sich die Pflege von alten und jungen Tieren?
Wie viel Pflege ein Reptil benötigt ist nicht nur abhängig von seiner Art sondern auch vom Alter. So müssen Jungtiere in der Regel häufiger gefüttert werden als ausgewachsene Tiere.

Schildkröten werden täglich gefüttert, Jungtiere sogar mehrmals am Tag. Bartagamen brauchen in ihrer Jugend täglich Grünfutter und Insekten auf dem Speiseplan, als adulte Tiere nur noch zwei- bis dreimal pro Woche. Eine ausgewachsene Königspython kann eine ganze Woche ohne Futter auskommen, während juvenile Schlangen häufiger Nahrung benötigen.

Wichtig ist vor allem eine regelmäßige Fütterung. Werden vor Abfahrt in den Urlaub große Menge an Nahrung ins Terrarium gegeben, birgt dies die Gefahr dass das Futter schnell verspeist wird, was zur Verfettung führen kann.

Wasser sollte bei all diesen Tieren immer vorhanden sein. Ebenfalls muss manuell oder mit technischer Hilfe, etwa einer Beregnungsanlage, dauerhaft für angemessene Luftfeuchtigkeit gesorgt sein.

Worauf muss ich achten, wenn ich mehrere Terrarientiere halte?
Werden im Terrarium mehrere Tiere gehalten, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass sich die Tiere durch Balz- oder Territorialverhalten körperlich verletzen. Die Tiere sollten daher stets beobachtet und ggf. getrennt werden.

Wer kümmert sich in meiner Abwesenheit um mein Tier?
Naheliegend für die Betreuung ist zuerst eine Person aus dem eigenen Umfeld. Diese sollte allerdings keine Berührungsangst vor Reptilien und keinen Ekel vor der Fütterung mit Insekten oder toten Futtertieren haben. Zudem muss die Betreuungsperson ausführlich in die Zeit- und Mengen-Details der Fütterung eingewiesen werden. Ebenso sollte ein eventueller Transport zu Tierarzt geprobt werden. Die Technik mit ihren Anzeigen zu Luftfeuchtigkeit und Temperatur muss verstanden und im Falle eines Defekts repariert oder ersetzt werden können.

Schildkröten

Worauf muss ich bei der Haltung der europäischen Landschildkröte achten?

Muss die Schildkröte im Frühjahr nach draußen?
Im Sommer brauchen Europäische Landschildkröten vor allem eins: natürliches Sonnenlicht und Wärme. Daher geht es in den ersten warmen Monaten ins Außengehege im Garten. Das Gehege sollte eine Größe von fünf Quadratmetern nicht unterschreiten und für die kühleren Nächte und Tage ein Schutzhaus mit Wärme- und UV-Lampen bereithalten. Am optimalsten ist es, wenn die Schildkröten, die langsam aus der Winterruhe ins Warme überführt wurden, direkt in das Schutzhaus kommen. Dort sollten stets Raumtemperaturen zwischen 23-28°C eingehalten werden

Am stressfreisten ist es für die Schildkröte, wenn sie den kompletten Sommer draußen verbringt. Daher ist ein eigener Garten optimal, aus dem das Tier nicht jeden Abend zurück ins Haus geholt werden muss.

Worauf muss ich achten wenn die Schildkröte in den Winterschlaf geht?
Werden die Tage wieder kälter, zieht die Schildkröte kurzzeitig in das Terrarium oder ins Schutzhaus. Wichtig sind hier vor allem eine Wärmelampe, welche mindestens 40 Grad erreicht, sowie eine gute UV-Lampe. Ab September werden die Schildkröten auf die Winterruhe vorbereitet. Temperatur und Licht werden nun über mehrere Wochen langsam heruntergefahren.

Bevor die Schildkröte in den Winterschlaf verfällt, steht im Herbst außerdem ein Gesundheitscheck beim Tierarzt an. Eine Untersuchung des Kots kann Aufschluss darüber geben, ob das Tier frei von Darmparasiten ist und in die Winterruhe gehen kann.

Für die Winterruhe benötigen die Panzertiere eine Temperatur von vier bis acht Grad. Ein kühler Kellerplatz, der konstant diese Temperatur hält, oder ein kleiner Kühlschrank, der auf die Temperatur eingestellt werden kann, ist der optimale Schlafplatz. Die Kiste mit der Schildkröte sollte aber nicht zwischen den Lebensmitteln landen – hier droht sonst Salmonellengefahr. Perfekt ist ein kleiner, handelsüblicher Kühlschrank, der alleinig für die Unterbringung der Schildkröte genutzt wird. Um eine Luftzufuhr zu gewährleisten, muss der Kühlschrank immer mal wieder geöffnet werden. Ebenso muss die Schlafkiste luftdurchlässig sein. Auch eine streng kontrollierte Überwinterung im Außengehege ist möglich. Jedoch gibt es hierbei noch einige Punkte mehr zu beachten.

Während der Winterruhe sollte das Tier etwa alle ein bis zwei Monate gewogen werden. Verliert die Schildköte zu viel Gewicht, ist sie in den meisten Fällen krank und muss aus dem Winterschlaf geholt und zum Tierarzt gebracht werden. Auch ein Blick unter den Panzer ist notwendig, um einen unentdeckten Parasitenbefall und eine etwaige daraus resultierende Blutvergiftung zu bemerken. Diese Kontrollen sollten schnell geschehen, damit die Schildkröte weder geweckt noch erwärmt wird. Ab März wachen die Tiere dann langsam auf und es geht für sie zurück in das zunächst kühle Terrarium oder ins Schutzhaus. Über einen Monat hinweg sollte die Temperatur dann langsam hochgefahren werden.