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Kleintiere

Hier findet Ihr eine Auswahl häufig gestellter Fragen zum Thema »Kleintiere«

Leben mit Kleintieren

Darf ich Kleintiere in Mietwohnungen halten?

Kleintiere wie Hamster, Meerschweinchen und Kaninchen, aber auch Ziervögel, Zierfische oder Terrarien-Tiere dürfen grundsätzlich auch ohne Zustimmung des Vermieters in Mietwohnungen gehalten werden – solange keine Belästigungen anderer Mieter oder Schäden an der Wohnung zu erwarten sind.

Eine Erlaubnis für das Halten von Kleintieren muss nicht vom Vermieter eingeholt werden. Dies hat der Bundesgerichtshof (BGH) bereits in den 90er Jahren in seinem Urteil (BGH Urt. V. 20.01.1993, Az: VIII ZR 10/92) entschieden. Zur Begründung wird ausgeführt, dass die Haltung von kleineren Tieren zum vertragsgemäßen Gebrauch der Wohnung gehört. Auch Hunde und Katzen dürfen grundsätzlich nicht verboten werden. Jedoch gibt es für diese Vierbeiner gesonderte Entscheidungen.

Welche Kleintiere können problemlos gehalten werden?
Zu den Kleintieren gehören laut BGH solche, die in geschlossenen Behältnissen gehalten werden, also nicht frei in der Wohnung oder dem Haus umherlaufen. Darunter fallen zum Beispiel Hamster, Kaninchen, Meerschweinchen, Rennmäuse, Schildkröten, Zierfische, Wellensittiche und ähnliche Tiere. Hier geht man davon aus, dass diese Tiere weder Schäden in der Wohnung anrichten, noch Nachbarn belästigen.

Die Erlaubnis der Kleintierhaltung besteht allerdings unter der Voraussetzung, dass die Tiere die anderen Mieter nicht stören oder für diese eine Bedrohung darstellen. In dem Fall dürfte der Vermieter auf eine Abschaffung der Tiere bestehen. Wird diese ignoriert, ist unter Umständen auch eine Kündigung der Wohnräume zulässig.

Muss ich für die Haltung von Kleintieren die Erlaubnis vom Vermieter einholen?
An und für sich sind moderate Tiergeräusche wie Vogelgezwitscher in der Wohnung kein Problem. Ausschlaggebend ist nur, dass eher lautere Geräusche nicht ununterbrochen – Tag und Nacht – stattfinden und gesetzlich vorgegebene Ruhezeiten eingehalten werden können. Bei Tieren die permanent laut sind, etwa ein Papagei der durchgängig pfeift, muss dagegen die Erlaubnis vom Vermieter eingeholt werden.

Bei Tieren, die zum Beispiel giftig, gefährlich oder exotisch sind, wie Spinnen oder Schlangen, oder besondere Klimabedingungen benötigen, die eine Veränderung der Mieträume nach sich zieht, ist ebenfalls die Zustimmung vom Vermieter notwendig. Gleiches gilt, wenn die Anzahl der Tiere gemessen an der Wohnungsgröße für die Tiere keine artgerechte Haltung mehr ermöglicht oder etwa eine Zucht der Tiere angestrebt wird. Die Nutzung der Räume als Wohnraum gegenüber der Tierhaltung also in den Hintergrund tritt. Exakte Regelungen, wie viele Haustiere ein Mieter haben darf, gibt es aber nicht.

Auch der Geruch kann relevant sein: Eventuelle Geruchsbelästigungen können anhand von Vorgaben aus dem Bundesimmissionsschutzgesetzes geprüft werden. Oft ist die Feststellung einer Beeinträchtigung wegen Lärm oder Gerüchen aber in Grenzfällen schwer zu entscheiden, da hier die individuelle subjektive Wahrnehmung des Betroffenen eine große Rolle spielt.

Bei einigen Tierarten gelten Ausnahmeregelungen. So sind bis zu fünf Chinchillas in der Wohnung erlaubt (AG Hanau 90 C 1264/99-90). Auch wenn Ratten zu den Kleintieren gehören, darf der Vermieter eine Haltung in der Wohnung aber verbieten. Grund: Die Tiere lösen unter Umständen Ekelgefühle bei den Nachbarn aus (LG Essen 1 S 497/90 WM 91,340). Ebenso sind Frettchen keine Kleintiere, die immer erlaubt sind. So muss der Mieter die Zustimmung vom Vermieter einholen, wenn die Anzahl der Tiere drei Frettchen übersteigt (AG Berlin-Neukölln 2 C 340/11).

Darf ich ein Kleintiergehege in den Gemeinschaftsgarten stellen?

In Wohnungen bedarf die Kleintierhaltung – zum Beispiel von Hamstern oder Vögeln – keiner Genehmigung des Vermieters. Will der Tierhalter seinen Lieblingen allerdings in einem Gehege im Gemeinschaftsgarten Auslauf verschaffen, darf er dies nur tun, wenn sowohl alle Mieter als auch der Vermieter dem zustimmen. Man muss sich aber darüber im Klaren sein, dass diese Genehmigung jederzeit widerrufen werden kann – und zwar fristlos. Zwar muss der Vermieter die Rücknahme der Erlaubnis begründen, aber oft genügt es auch, dass ein Mieter seine Meinung ändert oder er bzw. der Vermieter sich von Dreck oder Geräuschen gestört fühlt.

Wenn sich ein Mieter über die Tierhaltung im Gemeinschaftsgarten beschwert, muss der Vermieter grundsätzlich auf die Beschwerde eingehen und eine eventuell erteilte Erlaubnis widerrufen. Tut er dies nicht, hat der Mieter das Recht, eine Mietminderung vorzunehmen. Leider gibt es zur Höhe der Mietminderung in diesen Fragen keine Grundsatzurteile.

Wo kann ich mich als Mieter informieren, ob eine Kleintierhaltung im Gemeinschaftsgarten möglich ist?
In vermieteten Mehrfamilienhäusern liegt nicht nur jeder Partei ein Mietvertrag, sondern meist auch eine detaillierte Hausordnung vor. Häufig ist in dieser schon vieles im Detail geregelt. Etwa ob und in welcher Form Mieter den Gemeinschaftsgarten nutzen können, ob Tierhaltung dort gestattet ist und in welchen Fällen zuvor das Einverständnis des Vermieters einzuholen ist. Fragen lohnt sich aber in jedem Fall, auch, wenn die Hausordnung bereits Passagen über die Nutzung von Gemeinschaftsgärten enthält. Erhält der Mieter auf seine Anfrage keine Antwort, sollte er erneut schriftlich anfragen und eine angemessene Frist für die Beantwortung setzen – zwei Wochen beispielsweise. Äußert sich der Vermieter weiterhin nicht, kann der Mieter dies als stillschweigendes Einverständnis auslegen.

Benötigt es auch bei einer Eigentumswohnung Zustimmung?
Lebt der Tierhalter in einer Eigentumswohnung, greift bei der Frage nach der Nutzung des Gemeinschaftsgartens das Wohnungseigentumsgesetz: Darin ist geregelt, was als gemeinschaftliche Fläche und was als sogenanntes Sondereigentum gilt. Wird nur das Sondereigentum genutzt und treten für die übrigen Eigentümer keine Geruchs- oder Geräuschbelästigungen auf, steht einer Nutzung durch Aufstellen von Gehegen nichts im Wege. Das Aufstellen von Gehegen auf Gemeinschaftsflächen dagegen ist nur mit einem Mehrheitsbeschluss der Eigentümer möglich.

Hafte ich dafür, wenn mein Kleintier einen Schaden anrichtet?

Zernagt mein Kaninchen etwa den teuren Pullover einer Freundin, muss der Heimtierhalter für den entstandenen Schaden aufkommen. Bei Kleintieren greift hierbei die private Haftpflichtversicherung

Die Haftung des Tierhalters ist im Bürgerlichen Gesetzbuch (§ 833) geregelt. Demnach ist der Tierhalter dazu verpflichtet, für jeglichen durch das Heimtier entstandenen Schaden aufzukommen.

Durch Kleintiere verursachte Schäden werden im Rahmen der privaten Haftpflichtversicherung übernommen. Zu den Kleintieren gehören dabei alle Tiere bis zur Größe einer Katze, wie Meerschweinchen, Kaninchen oder Wellensittiche. Der Versicherungsschutz gilt auch für Schäden, die außerhalb der eigenen vier Wände, etwa durch eine Freigänger-Katze, verursacht werden. Vorausgesetzt natürlich, dass der Tierhalter eine Privathaftpflichtversicherung  auch abgeschlossen hat.

Anders ist es bei exotischen Tieren wie Schlangen oder Spinnen. Bei diesen Tieren sollte der Tierfreund einen Blick ins Kleingedruckte seiner Versicherung werfen. Nur in einigen Tarifen ist die erlaubte Haltung solcher Tiere mitversichert.

Die Tiere alleine lassen

Wie lange kann ich meine Kleintiere alleine lassen?

Während Hunde oder Katzen ihre Halter in den Urlaub begleiten oder eine intensive Betreuung während der Abwesenheit von Herrchen oder Frauchen benötigen, sind kleinere Heimtiere meist weniger anspruchsvoll. Doch auch die Betreuung von Meerschweinchen oder Hamstern sollte bei längerer Abwesenheit sorgfältig geplant werden. 

Bei einem bevorstehenden Urlaub oder einem langen Arbeitstag stellt sich auch bei Haltern von Kleintieren die Frage: Wer versorgt die Tiere während meiner Abwesenheit? Die gute Nachricht: Bei entsprechender Planung können Meerschweinchen und Kaninchen auch mal einen kompletten Tag alleine gelassen werden, Hamster sogar zwei Tage. Ist der Halter über einen längeren Zeitraum nicht zu Hause, sollte ein Tiersitter bei der Betreuung der geliebten Vierbeiner einspringen.

Sollte ich meine Kleintiere während des Urlaubs zu Hause lassen?
Grundsätzlich gilt: Kleintiere fühlen sich zu Hause am wohlsten. Auch wenn sie ihr Gehege als sicheren Rückzugsort haben, stressen sie längere Fahrten mit dem Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln. Befindet sich der Urlaubsort nicht in der Nähe, tut man den Tieren daher einen großen Gefallen, wenn sie in ihrem gewohnten Gehege zu Hause bleiben. Ein liebevoller Tiersitter, etwa ein Nachbar oder ein Freund, sollte dann täglich vorbeikommen, die Vierbeiner füttern und kontrollieren, ob alles in Ordnung ist. Hier können Tierfreunde nach Betreuungsangeboten in der Umgebung suchen.

Anders als Hunde oder Katzen, die sehr an ihrem Halter hängen, können Meerschweinchen, Kaninchen und Hamster unter Aufsicht eines Sitters auch längere Zeit sich selbst überlassen werden. Voraussetzung ist: Die Tiere haben einen tiergerechten Lebensraum, also Gehege, die groß genug für die Tierart und abwechslungsreich eingerichtet sind. Kaninchen leben in der freien Natur in Familienbanden und brauchen den Kontakt zu Artgenossen. Sie sollten daher mit mindestens einem Partnertier gehalten werden. Meerschweinchen fühlen sich in einer Gruppe ab vier Tieren am wohlsten. Eine Ausnahme bildet der Hamster: Dieser ist auch allein glücklich. Ist das gegeben, beschäftigen die Tiere sich miteinander oder gehen auch ohne Menschen ihren täglichen Aktivitäten nach.

Bei einem Tag Abwesenheit: Welches Futter eignet sich am besten? Und wie viel?
Wer weiß, dass er den Tag über unterwegs sein und keine Zeit haben wird, die Tiere zu versorgen, sollte bereits am Morgen ausreichend Futter im Gehege bereitstellen. Möglichst Knollengemüse und Futterarten, die nicht sofort verzehrt werden, sowie Heu und Wasser. Damit kann jede der drei Tierarten im Ausnahmefall 24 Stunden allein bleiben, Hamster sogar bis zu 48 Stunden.

Sind die Tierhalter längere Zeit abwesend, muss ein Tiersitter den kleinen Fellnasen mindestens einmal am Tag frisches Futter bringen, kontrollieren, ob sie fressen und sich bewegen sowie verschmutze Stellen im Gehege reinigen. Da Kaninchen und Meerschweinchen eigentlich mindestens zwei Frischfuttermahlzeiten am Tag brauchen, wäre es natürlich noch besser, wenn der Sitter die Tiere am Morgen und am Abend füttern würde. Und natürlich freuen sich auch Kleintiere über ein wenig Beschäftigung. Denn selbst wenn Meeri und Co. oftmals nicht den Eindruck machen, dass sie während der Abwesenheit des Halters stark leiden, so gibt es auch anhängliche Nager, die ihre Bezugsperson vermissen und sich freuen, wenn er wieder da ist.

Reisen mit Kleintieren

Kann ich mein Kleintier mit in den Urlaub nehmen?

Kleintiere fühlen sich zu Hause am wohlsten. Sie sollten möglichst nicht verreisen, sondern zu Hause betreut werden.
Nur in außergewöhnlichen Fällen, wie etwa ein Ferienhaus in der Nähe mit vorhandenem und sicheren Gehege für Kleintiere, können die Tiere in einer Transportbox mitgenommen werden. Hier gilt es zu beachten, dass Auto- oder Zugfahrten die Tiere sehr stressen! Längere Touren von mehreren Stunden sollten daher unterbleiben.

Das heißt jedoch nicht, dass Tierhalter auf ihren Urlaub verzichten müssen. Wer rechtzeitig plant und sich um einen Betreuer bemüht, kann beruhigt seine Ferien genießen.
Passende Angebote für Tiersitter findet man in unserer Suche für Tierbetreuung.

Betreuung für Kleintiere

Wo/wie kann ich meine Kleintiere betreuen lassen?

Am schönsten ist es für die Tiere wie Kaninchen, Meerschweinchen, Hamster und Co., wenn auch während der Betreuung durch einen Tiersitter ihr Leben in gewohnten Bahnen verläuft. Damit der Betreuer seiner Verantwortung vollständig gerecht werden kann, sollte zusätzlich vermerkt werden, welche Aufgaben er übernehmen soll. Wie oft muss das Tier versorgt werden, welches Futter soll es bekommen? Wie sollte es beschäftigt werden und wie oft? Stehen Tierarztbesuche an oder muss das Tier regelmäßig Medikamente erhalten? Die Nummer des behandelnden Tierarztes nicht vergessen. Gibt es irgendwelche Besonderheiten, die beachtet werden müssen? Optimal wäre es, wenn sich Tier und Betreuer schon vor dem Urlaub des Eigentümers kennenlernen. Für Rückfragen und Notfälle sollte der Tiereigentümer die Telefonnummer, unter der er im Urlaub zu erreichen ist, hinterlassen.

Damit die Betreuung während der Abwesenheit einwandfrei funktioniert, sollte der Tiersitter folgendes vorfinden:

  • genügend Heu und Grundnahrung, Einstreu für den Käfig
  • Liste mit Fütterungsgewohnheiten
  • Anweisungen zur Käfighygiene
  • Für Notfälle: Adresse/Telefonnummer vom Tierarzt sowie die Urlaubsanschrift
  • Merkzettel, was bei Auslauf zu beachten ist (z. B. Gefahrenquellen)

Beschäftigung mit Kleintieren

Gehirn-Jogging für Meerschweinchen?

Kleine Kunststücke bereichern den Alltag. Und: Wer rastet, der rostet, sagt ein altes Sprichwort. Das gilt auch für Meerschweinchen. Dabei sind die kleinen Nager sehr spielfreudig, wenn man sich regelmäßig mit ihnen beschäftigt. Die richtigen Spiele festigen die Beziehung zwischen Mensch und Tier, halten die kleinen Nager gesund und fördern zudem die Intelligenz und Lebensfreude.

Meerschweinchen sind Tiere mit Charakter: Das eine Tier spielt gerne mit dem Menschen, ist verschmust oder ein echter Draufgänger. Das andere wiederum ist ein eher ängstlicher Zeitgenosse. Aber für jeden Charakter gibt es das richtige Spiel. Und es gilt: Je mehr man sich mit den Tieren beschäftigt, desto zutraulicher werden sie.

Welche Spiele eignen sich für Meerschweinchen?
Mit dem Spiel Gemüseangeln lassen sich auch ängstlichere Meerschweinchen prima an die Fütterung aus der Hand gewöhnen. Dabei wird das Lieblingsgemüse der Nager an einer kleinen Angel befestigt. Indem man die Leine nach und nach verkürzt, lockt man das Tier an die Hand heran. Viele Meerschweinchen sind mit dem Angelspiel auch zu sportlichen Höchstleistungen bereit: Das Tier versucht die Leckereien zu erhaschen und lässt sich dabei dazu anregen, Männchen zu machen oder über einen spannenden Hindernisparcours zu „joggen“. Auch Slalomlauf macht Spaß. Hierzu einfach einige Hindernisse, z. B. Hütchen, in einer Reihe aufstellen und eine Futterspur aus den Lieblingskräutern auslegen. Diese führt das Tier im Slalom um die Hindernisse herum. Hat man das einige Male geübt, wartet nur noch am Ziel ein Leckerbissen. Manch ein Meerschweinchen lässt sich mit einem gesunden Leckerli sogar dazu verlocken, durch einen Reifen zu springen.

Wie kann ich das Tier beschäftigen, wenn ich nicht genug Zeit zum Spielen habe?
Wenn die Zeit für gemeinsame Spiele mal fehlt, bieten Logikspiele eine willkommene Abwechslung. Sie sind insbesondere auch für kleine „Angstmeeris“ besonders geeignet, da diese Spiele ohne aktives Zutun des Menschen gut funktionieren. Dabei ist neben dem Verstand der volle Körpereinsatz der Tiere gefragt. Bei den unterschiedlichen Denksportaufgaben können die Nager die Leckerchen nämlich sehen oder riechen. Um aber daran zu kommen, müssen sie beispielsweise kleine Schubladen öffnen, eine Wippe betätigen, oder Holzscheiben drehen, indem sie mit den Zähnen an einem Seil ziehen. Andere Knobelaufgaben erfordern es beispielsweise, mit der Nase einen Deckel wegzustupsen, unter dem das Leckerchen versteckt ist, oder mit der Pfote eine Walze in Bewegung zu setzen. Um die heißersehnte Belohnung zu bekommen, müssen die Tiere aber erst einmal alles Mögliche ausprobieren.

Was muss man beim Spielen mit dem Meerschweinchen beachten?
Welches Spiel man auch immer auswählt, am wichtigsten ist: Es soll Spaß machen! Wird das Meerschweinchen unaufmerksam? Dann lieber eine Pause machen. Außerdem sollten immer Rückzugsmöglichkeiten vorhanden sein. Das gibt dem Tier Sicherheit. Zudem ist der richtige Zeitpunkt wichtig. Schläft das Schweinchen oder frisst es? Putzt es sich gerade? Dann lieber in Ruhe lassen und später, bei geeigneter Gelegenheit, das Spiel beginnen.
Egal, ob gemeinsam mit dem Menschen oder allein: Spielen bringt die Meerschweinchen richtig in Schwung und es ist lustig mit anzusehen, wie die Tiere sich ausprobieren, immer aufgeweckter werden und Spaß haben.

Wie sorge ich für Abwechslung im Hamsterkäfig?

Ob Küchenrolle oder Eierkarton – Gegenstände aus Pappe laden den Hamster zu Erkundungstouren ein und sorgen für artgerechte Abwechslung im Nagerkäfig. Auf bedrucktes und gebleichtes Material sollte beim Basteln von Labyrinth, Höhle und Turm allerdings verzichtet werden.

Artgerechte Beschäftigung ist ein wichtiger Baustein eines glücklichen Hamsterlebens. Wer sein Tier aktiv und gesund halten will, der kann selbst kreativ werden – dafür braucht es nicht mehr als einen Haufen geeignetes Altpapier. So lassen sich zum Beispiel aus Pappe viele interessante Spielzeuge herstellen, die dem Nagerkäfig als Anreicherung dienen und für das Tier ungefährlich sind.

Welche Materialen kann ich für den Hamsterkäfig verwenden?
Besonders Pappröhren, wie Klopapier- oder Paketrollen, sind bei den Nagern beliebt. Befüllt mit Heu oder Leckerchen können sich Hamster über lange Zeit damit beschäftigen, die Inhalte aus der Rolle herauszuholen. Zudem lieben die kleinen Nager es zu buddeln, Höhlen und Gänge zu graben und auf Erkundungstour zu gehen.
Wer seinem Hamster ein Spielparadies bieten möchte, sollte darauf achten, dass die Materialien unbedruckt sind und keine Klebereste aufweisen. Metallische Gegenstände wie Heftklammern, die sich häufig an Paketrollen befinden, gilt es unbedingt vorher zu entfernen.

Aus Toilettenpapier- oder Küchenrollen lassen sich nun Tunnel oder ganze Labyrinthe basteln, aus Eier- und Schuhkartons entstehen kleine Höhlen. Legt man die Gegenstände in den Käfig, wird der Hamster sich diese nun selbst so zurechtrücken, wie er sie gerne hätte. Um immer neue Entdeckungsmöglichkeiten zu schaffen, können die Pappartikel von Zeit zu Zeit ausgetauscht werden.

Was tun, wenn der Hamster die Materialen zernagt?
Hamster HausbauPappe im Hamsterkäfig ist nicht für die Ewigkeit gemacht – sie kann aufweichen, reißen oder zernagt werden. Sollte der Hamster die Pappe komplett zerschreddern, gibt es dennoch keinen Grund zur Sorge: Der kleine Nager stopft sich die Schnipsel mit Vorliebe in seine Backentaschen, um damit anschließend seine Schlafstätte auszupolstern. Fressen tut er das Material nicht.

Nachwuchs bei Kleintieren

Wie unterstütze ich eine werdende Kaninchenmutter?

Ob geplant oder nicht: Wenn ein Kaninchen trächtig wird, braucht es viel Ruhe und Unterstützung, damit es sich voll auf die Entwicklung seiner Jungen konzentrieren kann. Je nach Gruppendynamik gibt es dann Handlungsbedarf für die Halter.

Die Trächtigkeit dauert bei den meisten Kaninchen etwa 31 bis 33 Tage, bei kleineren Rassen manchmal nur 28 Tage. Erkannt wird die Trächtigkeit häufig an einem veränderten Verhalten der Gruppe im Stall. Die Kaninchenmutter zieht sich zurück und wird ruhiger, frisst gleichzeitig jedoch mehr als üblich. Häufig reagiert sie nun aggressiver gegenüber ihren männlichen Artgenossen. Ebenso können kastrierte Kaninchenböcke aggressiv auf das Muttertier reagieren.

Es ist wichtig, diese Dynamik im Stall genau zu beobachten. Aggressionen können schnell die gesamte Gruppe, auch über die Zeit der Trächtigkeit hinaus, beeinflussen. Kommt es zu aggressivem Verhalten, sollte die Kaninchenmutter früh von der Gruppe getrennt werden. So besteht eine geringere Verletzungsgefahr und sie bekommt die nötige Ruhe für die Geburt und Aufzucht ihres Nachwuchses. Bleibt die Gruppe insgesamt friedlich, kann die Mutter unter genauer Beobachtung länger dabei bleiben. Kurz vor der Geburt sollte die Kaninchenmutter jedoch von der Gruppe separiert werden, damit sie sich stressfrei auf ihren Nachwuchs einstellen kann.

Wenn die Kaninchenbabys vier bis sechs Wochen alt sind, können sie dann wieder sicher mit der Gruppe zusammengeführt werden. Mindestens bis zur achten Woche sollten sie mit der Mutter zusammenbleiben, damit die Jungtiere sozialisiert werden.

Was muss ich für die Wurfkiste beachten?
Die Wurfkiste ist eine große Kiste mit viel sauberem Heu und Stroh sowie einem Häuschen, das auf die Größe des Kaninchens abgestimmt ist. Sie steht an einem ruhigen und geschützten Ort. Ein abnehmbarer Deckel erleichtert die Kontrolle des Nests, während gleichermaßen die Kaninchen so wenig wie nötig gestört werden.

Wenige Tage vor der Geburt beginnt die Kaninchenmutter mit dem Nestbau. Sie rupft sich dafür Brust- und Bauchfell raus und sorgt so für eine weiche Polsterung. Wichtig ist: Sobald das Nest gebaut ist, darf es auf keinen Fall mehr versetzt oder zerstört werden!

Womit füttere ich die Kaninchenmutter am besten?
Zur Ernährung der Jungen vor und nach der Geburt hat die Mutter einen erhöhten Eiweiß-, Mineral- und Vitaminbedarf. Frische Gräser, Löwenzahn und Kräuter sind nun optimales Futter, aber auch Gemüse und Salat werden gerne angenommen. Fenchel unterstützt insbesondere bei der Verdauung. Haferflocken, die sonst eher zu einer schnellen Gewichtszunahme bei Kaninchen führen, sind in dieser Zeit ein möglicher Energielieferant und Heu sollte ohnehin rund um die Uhr zur Verfügung stehen.

Wann ist tierärztliche Unterstützung notwendig?
In der Regel verläuft eine Geburt bei Kaninchen ohne Komplikationen, sodass ärztliche Hilfe in den seltensten Fällen gebraucht wird. Falls der Fortschritt bei der Geburt jedoch stockt und die Kaninchenmutter schwer atmet, sollte ein Tierarzt oder eine Tierärztin dazu gerufen werden.

Ein Besuch in der Arztpraxis empfiehlt sich nach vier bis sechs Wochen. Neben einer allgemeinen Überprüfung der Gesundheit können dabei auch Impfungen gegen gängige Kaninchenkrankheiten wie RHD und Myxomatose erfolgen.